Jahresvorlesung Judaistik
Die „Esther Moyal – Taha Hussein Vorlesung für jüdisch-muslimische Wissensgeschichte“ findet jährlich an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg statt. Sie wird vom Seminar für Judaistik / Jüdische Studien organisiert und richtet sich an eine universitäre wie außeruniversitäre Öffentlichkeit.
Mit der Vorlesungsreihe lädt das Seminar international ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Halle ein, um zentrale Themen der jüdischen Geschichte in ihren Verflechtungen mit islamischen und arabischen Kontexten in historischer Perspektive zu beleuchten.
Die Jahresvorlesung versteht sich als Forum, in dem die Bedeutung der sich über viele Jahrhunderte erstreckenden Verflechtung von jüdischer und islamischer Geschichte für gesellschaftliche Fragestellungen in der Gegenwart neu erschlossen wird.
1. Esther Moyal – Taha Hussein Vorlesung für jüdisch-muslimische Wissensgeschichte 2026
Trauma, War, Victims: Toward a Psychological History of Israel-Palestine
Prof. Dr. David N. Myers (University of California, Los Angeles)
am 16.6.2026 um 18 Uhr s.t. im Hörsaal 1, Adam Kuckhoffstr. 35, 06108 Halle
Die Jahresvorlesung der Judaistik / Jüdische Studien 2026 widmet sich der Rolle von Trauma als analytischer Kategorie im Kontext des israelisch-palästinensischen Konflikts widmet. Im Zentrum des Vortrags steht die Frage, wie historische Erfahrungen von Gewalt, Verfolgung und Verlust über Generationen hinweg erinnert, weitergegeben und in gesellschaftlichen Deutungsmustern wirksam bleiben. Ausgehend von den Ereignissen des 7. Oktober untersucht der Vortrag, inwiefern solche Erfahrungen sowohl israelische als auch palästinensische Perspektiven prägen.
Dabei werden unterschiedliche historische Bezugshorizonte berücksichtigt, darunter die Bedeutung der Shoah für das israelisch-jüdische Selbstverständnis sowie palästinensische Erfahrungen von Vertreibung und Verlust. Der Vortrag verfolgt einen multiperspektivischen und historisch fundierten Ansatz und beleuchtet die Wechselwirkungen zwischen Erinnerung, Geschichte und Gegenwart.
Die Jahresvorlesung ist ein öffentliches Format und richtet sich an eine universitäre wie außeruniversitäre Öffentlichkeit. Sie versteht sich als Forum für wissenschaftliche Reflexion, gesellschaftlichen Dialog und interdisziplinären Austausch.
Der Vortrag wird auf Englisch gehalten, Fragen und Diskussion sind auch auf Deutsch möglich.




