Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Aktuelles

Digitale Semestereröffnung des Orientalischen Instituts

Die Eröffnung des Sommersemesters 2021 findet am 12. April 2021, um 12.00 Uhr digital statt.

Alle Student*innen und Mitarbeiter*innen der Judaistik sind herzlich eingeladen, unter https://mluconf.uni-halle.de/b/ott-opv-m7c-b8r teilzunehmen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an .


Geschichte, Literatur und Politik Afrikas und des Nahen Ostens in Liedtexten

Online-Veranstaltung
Freitags, 10.30-12.00, Start 6.11.2020
Geschichte_Literatur_und_Politik_Afrikas_und_des_Nahen_Ostens_in_Liedtexten.pdf (343,3 KB)  vom 04.11.2020

Globaler Antisemitismus und die Dialektik der Aufklärung

Vortragsreihe des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA) und des Seminars für Judaistik/Jüdische Studien im Wintersemester 2020/21.

Globaler Antisemitismus und die Dialektik der Aufklärung
WiSe 2020-21 Vortragsreihe Antisemitismus.pdf (2 MB)  vom 11.10.2020

Stellungnahme
Vortragsreihe_IZEA_Stellungnahme.pdf (128,9 KB)  vom 04.11.2020



3. November 2020:
Dr. Silvia Richter (HU Berlin): "Die Ambivalenz der Judenemanzipation: Theoretische und praktische Judenfeindschaft in der Aufklärung"

9. November 2020:
Prof. Dr. Moshe Zuckermann (Tel Aviv University): "Anti-Semitismus-Vorwurf und Apologie des Kapitalismus: Zum Missbrauch der Dialektik der Aufklärung." [Vortrag per Videoübertragung]

23. November 2020:
Prof. Dr. Andreas Kilcher (ETH Zürich): „Kapitalismus, Antisemitismus, Okkultismus. Die Zerstörung der Vernunft nach Adorno/Horkheimer"

7. Dezember 2020:
Prof. Reinhard Schulze (Universität Bern): „Spiegelungen: Zur Dialektik von Aufklärung und Antisemitismus in der islamischen Tradition der Modern“

18. Januar 2021: Prof. Dr. Steven E. Aschheim (The Hebrew University of Jerusalem): „The Holocaust and the Dialectic of Enlightenment Revisited“[Vortrag per Videoübertragung]

25. Januar 2021:
Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel (TU Berlin): „Die kollektive Emotion 'Judenhass': Antisemitismus als kultureller Gefühlswert"

Wiss. Leitung und Organisation: Prof. Dr. Ottfried Fraisse, Prof. Dr. Jörg Dierken und Prof. Dr. Daniel Fulda

Die Live-Vorträge finden im IZEA, Christian-Thomasius-Zimmer, statt. Beginn ist jeweils 18 Uhr c.t.

Es ist vorgesehen, sowohl die Live- als auch die Video-Vorträge im Rahmen einer Videokonferenz zu übertragen. Dazu ist eine Voranmeldung an erforderlich.

Der Zivilisationsbruch der Shoa hat stark divergierende Erklärungen erfahren. In Bezug auf die Aufklärung wird er sowohl als Reaktion auf sie im Sinne eines Gegenschlages wie auch als ihre logische Konsequenz gedeutet. In der zweiten Lesart bilden Rassismus, Irrationalismus und antisemitische Gewalt integrale Bestandteile der westlichen Rationalität.

In der internationalen Aufklärung, dem deutschen Idealismus oder der Romantik en bloc einen antisemitischen Kern ausmachen zu wollen, scheint ein zweifelhaftes Unterfangen. So unterschiedliche Autoren wie Gotthold Ephraim Lessing, Wilhelm von Humboldt, Friedrich Schlegel und sogar der theologisch explizit antijudaistisch argumentierende Hegel waren Befürworter der Judenemanzipation. Die Erklärung für den Judenmord darf man weder nur historisierend in der Geschichte des 20. Jahrhunderts noch in einem sich aus der Aufklärung speisenden Determinismus suchen. Wie aber lässt sich ein erkenntnisstiftendes Verhältnis zwischen diesen beiden Erklärungsmodellen herstellen?

Wie lässt sich die vage Einsicht schärfen, dass die westliche Tradition der Aufklärung durchaus etwas mit den Gewaltexzessen des 20. Jahrhunderts zu tun hat, aber auch ein wichtiges Instrumentarium ist, um solche Exzesse zu bekämpfen? Horkheimer und Adorno haben die Grenzen der Aufklärung wesentlich in deren Reduktion auf eine Rationalität gesehen, die in einer exkludierenden ökonomischen Verwertungslogik gipfelt. Ihrer Dialektik der Aufklärung zufolge werden legitime, aber unerreichte Erwartungen und Hoffnungen der Menschen im Antisemitismus verkapselt. Hat also die Aufklärung selber einen wesentlichen Anteil daran, große Hoffnungen geweckt zu haben, die für zahlreiche Menschen nicht in Erfüllung gegangen sind? Gleichwohl zielt Horkheimers und Adornos Dialektik der Aufklärung nicht auf ihren Widerruf, „denn Rettung der Aufklärung ist unser Anliegen“. Es wirkt abstrus, wenn sich der hallische Attentäter vom 9. Oktober 2019 oder andere Antisemiten in ihren Schriften – den Turner Diaries, Breiviks Manifest oder den Incel-Foren des Internets – als weiße Männer viktimisieren. Es gilt aufzuklären, warum dies neben Widerspruch auch – verstörende – Resonanz erzeugen kann.

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